Sommer mit Pferden

Heiße Sommer und erfrischendes Wasser gehören für mich zusammen! Und ich denke an unsere Pferde, die im Schatten dösen und sich über eine Dusche freuen – mittlerweile auch unser »Gänseblümchen«.

In unserem ersten gemeinsamen Sommer vor elf Jahren standen wir mit ihr vor einem am Boden liegenden Wasserschlauch und sie hatte schnorchelnd den schnellsten! Rückwärtsgang eingelegt! Was auch immer sie vor unserer gemeinsamen Zeit erlebt haben mag, ich wusste sofort: »Okay, so nicht!«

Also haben wir mit Eimer und Schwamm angefangen, ihr vorsichtig zu zeigen: »Wir wollen dir nichts Böses.« Ganz allmählich wurde es besser, wobei es lange Zeit jeden Frühsommer wieder »ganz schrecklich« war. Wir haben versucht, sie spielerisch an Wasser zu gewöhnen, wie zum Beispiel mit dem sicher den meisten Pferdemenschen bekannten »Fisch-den-Apfel-aus-dem-Wasser-Spiel«.

Jede Pfütze war schrecklich. Wenn möglich, hat sie versucht, das unheimliche Nass zu umgehen.

Ich kann mich auch noch erinnern, als ich mit ihr bei einem gemeinsamen Ausritt mit zwei wassererprobten Pferden zu einem See geritten bin. Die zwei Begleiter sind sofort in den See gestapft, während wir das Ganze aus fünfzehn Metern Entfernung beobachtet haben!

Im Laufe der Zeit und mit Beharrlichkeit, ganz viel üben und liebevoller Konsequenz, ohne sie zu überfordern, wurde es besser. Dabei haben uns die »7 Spiele von Parelli« sehr geholfen. Mit »Freundschaftsspiel« und anfragen: »Geht noch ein bisschen?«, mit Entspannung als Belohnung und auch Leckerlis, haben wir es nach und nach geschafft.

Und heute: wir machen Energieduschen mit anschließendem Sandbad, gehen durch Pfützen, stehen in kleinen Teichen, reiten durch hüfthohe Furten und wir haben das Gefühl, dass sie es genießen kann.

Pferdefußbad

Erst kürzlich sind wir an einem »tanzenden Wasserschlauch« vorbeigegangen – einem unter Druck stehenden, in alle Richtungen spritzenden und sich unkontrolliert bewegenden Schlauch. Also sehr gruselig! Sie lief ohne irgendein Anzeichen von Unruhe daran vorbei. Wir sind sehr stolz auf unser »Gänseblümchen«!

Aber das schönste Geschenk war ihr Vertrauensbeweis vor ein paar Tagen: Gemeinsam haben wir im See gebadet. Nach nur einem ganz kurzen Zögern ist sie uns ins Wasser gefolgt – ein unbeschreibliches Gefühl und einer dieser ganz besonderen Momente, die wir mit unseren Pferden erleben dürfen.

Die Kehrseite der heißen Jahreszeit sind die stechenden Plagegeister. Vor allem, wenn man ein Pferd hat, das allergisch auf Insektenstiche reagiert. Bei unserem »Elfenmädchen« schwellen Insektenstiche immer wieder dick an und wir hatten sich daraus entwickelnde Komplikationen, wie Phlegmone oder Abszesse. Ein weiteres Problem sind die Stechfliegen, die mit Vorliebe im Bereich der Fesselgelenke zubeißen. Das juckt natürlich, es wird aufgekratzt, infiziert sich und nachfolgend kämpfen wir bis in den Herbst hinein mit Mauke und Raspe►. (Mauke/Raspe ist eine Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge/Sprung- oder Karpalgelenke, bei der durch kleinste Verletzungen Krankheitserreger in die Haut eindringen und hartnäckige Entzündungen auslösen können, die unbehandelt bis zu Lahmheiten führen können.)

Unser Pferdchen ist zudem sehr erfinderisch, wenn es um »sich kratzen« geht … Sie steht dann da, schabt mit ihrem einen Hinterhuf am anderen Bein und setzt dabei ihr Genussgesicht auf! Sehr lustig anzusehen, wenn man nicht daran denkt, dass ein Huf nicht gerade steril ist …

Was das für uns bedeutet? Pferdebeine sauber halten, Maukekrusten lösen, offene Stellen vor weiteren Fliegenbissen zu schützen versuchen, damit sie verheilen können. Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und wir haben bereits etliches probiert. Man kann da keine Empfehlung geben, außer sich über die vielen verschiedenen Alternativen zu informieren (Lesetipp: »Mauke bei Pferden«►) und das Passende für sich herauszusuchen: jedes Pferd reagiert auf bestimmte Mittel anders. Unsere Stute hat hellrosafarbene Haut, absolut empfindlich, sonnenbrandgefährdet und selbst bei »natürlichen« Inhaltsstoffen kann es Probleme geben.

Was wir sonst noch machen: Zweimal jährlich, jeweils im Frühjahr und im Herbst, entgiften wir, achten bei unserem getreidefreien Futter auf hochwertige Inhaltsstoffe und  geben kurweise verschiedene Kräuter.

Vor kurzem haben wir durch unsere Tierärztin einen Allergietest machen lassen. Ergebnis: Allergie gegen Stechfliegen und Bremsen. Nun versuchen wir eine Desensibilisierung und hoffen, unserem »Elfenmädchen« damit helfen zu können.

Ansonsten genießen wir den Sommer mit einer den Temperaturen angepassten ruhigen und entspannten Pferdebeschäftigung (und ausnahmsweise ein Stückchen Wassermelone) …

… und die schönen Sommerfarben.

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4 Kommentare zu „Sommer mit Pferden“

  1. Das erinnert mich an Indina. Jahrelang war an ins Wasser gehen nicht zu denken, auch nicht, um anderen hinterherzugehen 😁 am Ende war sie, sogar allein, richtig im Wasser drin. Und das ohne Parelli oder Ähnliches, einfach irgendwann genug Vertrauen und … Neugierde😂 freu mich, dass ihr so tolle Möglichkeiten habt zu baden!! Wir verbringen ansonsten den Sommer auch im ruhigen Modus. Denk an euch 🤗❤️

    1. … sich das Vertrauen von Pferden zu verdienen ist vor allem Arbeit an sich selbst. Welchen Weg man dabei geht, ob man sich Hilfe von außerhalb holt oder nicht, welche Bücher, Fachzeitschriften, dementsprechende Internetseiten, … man durchforstet, das spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass man sich immer wieder hinterfragt, auf sein Gefühl achtet und seinen Pferden »zuhört«.💖

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