AGIA MARINA DONKEY RESCUE

ADVENTSGESCHICHTE AUS KRETA

Eine Adventsgeschichte über eine Familie auf Kreta, die Eseln und anderen Tieren ein liebevolles Zuhause gibt - ein paar Worte über das Agia Marina Donkey Rescue Sanctuary.

Überall gibt es Tiere, die in Not, alt, krank oder unerwünscht sind, aber glücklicherweise gibt es auch immer wieder Menschen, die sich um eben solche kümmern. Im Süden von Kreta hat die Familie Doulgerakis einen kleinen Hof, indem sie seit über 25 Jahren Esel und andere Tiere aufnehmen, pflegen und liebevoll versorgen. Oft sind es Tiere, die von ihren alten Besitzern nicht mehr gehalten werden können und dann dem Tod geweiht sind.

Barbara Doulgerakis und ihre Helfer nehmen einiges auf sich, um den Eseln einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Erschwert wird ihr Engagement durch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Heu oder bei der medizinischen Betreuung auf Kreta. Glücklicherweise finden sich immer wieder Helfer, Spender oder Menschen, die eine Patenschaft für einen Esel übernehmen, und die Familie unterstützen.

AGIA MARINA DONKEY RESCUE

Ich bin während unseres Aufenthaltes auf Kreta auf den Gnadenhof gestoßen. Die eigentliche Ursache für den Besuch bei den »Eseln« war der Meltemi, der Sommerwind, der normalerweise für eine angenehme Erfrischung sorgt, der aber in diesen Tagen so heftig ausgeprägt war, dass an eine Aktivität im Freien kaum zu denken war. Nachdem dieser Wind lokal sehr unterschiedlich ausfällt, konnte man mit relativ kurzen Autofahrten gut in weniger stürmische Gegenden ausweichen.

Selten habe ich so intensive Farben, vor allem Braun- und Grüntöne in allen Schattierungen und im Gegensatz dazu das tiefblaue aufgewühlte Meer und klare Konturen in der bergigen Landschaft erlebt, vielleicht noch vergleichbar, wenn es im Voralpenland sehr starken Föhn hat.

Wie auch immer: ohne den Meltemi, aufgrund dessen wir in der näheren Umgebung unseres Ferienquartiers eigentlich gar nicht mehr vor die Tür konnten, wären wir gar nicht auf die Idee gekommen, bei dem Eselhof vorbeizuschauen … Durch die Recherche meines Mannes im Internet, der auf der Suche nach alternativen Beschäftigungen und nach Orten war, an denen der Sommersturm nicht ganz so heftig wütete, sind wir auf das Agia Marina Donkey Rescue Sanctuary► gestoßen und haben es kurzentschlossen besucht.

Das kleine »Eselparadies« liegt unweit des minoischen Palast von Phaistos und man findet es relativ einfach durch ein gelbes Hinweisschild. Von da ab geht es auf einem Feldweg noch ein Stückchen weiter, bis man vor dem Eselhof parken kann.

Wir wurden durch eine sehr freundliche deutschsprachige Helferin empfangen, die uns ausführlich über die Entstehung und die Geschichte des Eselshofs erzählt hat.

Um die dreißig Esel leben in dem Offenstall, können in der Sonne dösen oder sich im Unterstand ein schattiges Plätzchen suchen. Die Esel mit den selbstgemachten Namensketten holen sich ihre Streichel- und Kuscheleinheiten (mit oder ohne Bürste, die man sich ausleihen kann) von den Besuchern, können aber weggehen, wenn es ihnen zu viel wird.

Eine Eselin, die erst einige Tage vorher auf den Hof gekommen war, stand die ganze Zeit am Eingang – ihre Besitzerin war aus Altersgründen wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurückgegangen und konnte sie leider nicht mitnehmen.

So gut wie die Eselin hatten es viele ihrer hier lebenden Artgenossen nicht. Es gibt einige, deren Lebenswege sehr traurig und schmerzvoll verliefen. Aber alle Esel, die hier aufgenommen werden, dürfen bleiben, solange sie leben. Das ist mitunter sehr lange, da Esel 40 Jahre und älter werden können. Der älteste Esel Andigoni starb im hohen Alter von 47 Jahren.

Esel gehören wie Pferde zu den Equiden. Es sind aber keinesfalls »kleine Pferde« und daher nicht mit diesen zu vergleichen. Neben deutlich sichtbaren äußerlichen Unterschieden sind beispielsweise Atemfrequenz, Körpertemperatur oder bestimmte Stoffwechselvorgänge anders, was bei der medizinischen Versorgung zu beachten ist. Auch vom Verhalten und ihren Ansprüchen an Haltung und Fütterung sind sie sind nicht mit Pferden gleichzusetzen.

Was allergings für Esel wie auch für Pferde gleichermaßen gilt:

Sie haben keinen Schmerzlaut!

Sie zeigen Schmerzen durch ein »Schmerzgesicht« unter anderem mit angespanntem Maul oder stumpfem Blick.

Esel haben aber auch ein »Genussgesicht«. Sie mögen es gekrault zu werden und versuchen, es ganz zart zurückzugeben. Wir waren fasziniert von diesem friedlichen Ort, der Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt.

Weitere Infos gibt es auf der Website von Agia Marina Donkey Rescue Sanctuary► oder auch auf Facebook►.

Auf meiner Website und in meinem Blog sind externe Links mit ► gekennzeichnet.

5 Kommentare zu „ADVENTSGESCHICHTE AUS KRETA“

  1. Was für eine schöne und berührende Geschichte!
    Apropos “Genussgesicht” … ich habe gestern einen Film angeschaut – mit einem kleinen Elefanten in Indien. Der hatte auch ein Genussgesicht und liebte es, mit den beiden Menschen, die ihn als mutterloses Baby gerettet hatten, zu schmusen und zu spielen.
    Es ist so gut, dass es Menschen gibt, die Tiere lieben! Denn Tiere sind wunderbare Wesen! Und es tut mir oft in der Seele weh, wenn ich sehe, wie miserabel sie oft gehandelt werden. Umso mehr wird mir warm ums Herz, wenn ich sehe, dass es Menschen gibt, denen die Gnade zuteilwird, Tiere zu lieben.
    Herzliche Grüße
    Renate Blaes

  2. Eine wunderschöne Adventsgeschichte! Und das Beste daran ist, dass es nicht “nur” eine Geschichte ist. Die Eselchen haben tatsächlich ein liebevolles Zuhause gefunden!

    Liebe Grüße Doris

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