WINTERFREUDE – EINBLICKE IN EIN PFERDELEBEN

(enthält werbende Inhalte)

Jedes Pferd hat seine eigene Geschichte. Es kommt als Fohlen auf die Welt, mit seinem eigenen Charakter und körperlichen Gegebenheiten. Wie sich sein Leben entwickelt, hängt vor allem von den Menschen ab, denen es begegnet ... eine Wintergeschichte.

Unser »Elfenmädchen« gehört zu den Pferden, die extrovertiert, dominant und alles hinterfragend durch die Welt spazieren. Wenn man sie allerdings überzeugen kann, dass sie bei »ihrem Menschen« sicher und geborgen sind, dann schenken sie einem ihr ganzes Herz.

Was ich an ihr besonders liebe, ist ihre »Offenheit«. Sie hat je nach Gemütslage eine eindrucksvolle Körpersprache und Mimik und sie bringt uns immer wieder zum Lachen. Ich finde, Lächeln und Freude bei der Pferdezeit sind überaus wertvoll und wichtig!

Winterschecke

In einem Winter-Fotoshooting mit Anja von Hoensbroech► hat sie das eindrucksvoll bewiesen. Das »Scheckenmädchen« hat sich zigmal in den Schnee geworfen, hat sich hocherhobenen Hauptes präsentiert oder in Pose gestellt.

Wir hatten unglaublich viel Spaß und Anja► mit ihrem fotografischen Blick und ihrem Gefühl für besondere Momente hat wunderschöne Erinnerungsbilder geschaffen.

Weitere Winterfotos vom Shooting gibt es in meiner Galerie

Unser »Elfenmädchen«! Mit sechs Jahren kam sie zu uns, körperlich ziemlich heruntergekommen, eigentlich nicht ausgebildet und gegenüber Menschen sehr skeptisch und misstrauisch. Sie hat sich an unser »Gänseblümchen« gehängt und umgekehrt. Wie sagt man so schön: Gesucht und gefunden (und seitdem ungern voneinander getrennt)!

Sie ist ein Pferd, das in ihren ersten Lebensjahren einiges erlebt haben muss. Davon zeugen zwei deutliche Narben. Das ist aber nicht alles. Als wir unser »Elfenmädchen« das erste Mal gesehen haben, war sie trächtig. Es war ihr viertes (!) Fohlen und da war sie noch keine sechs Jahre alt. Das haben wir erst viel später herausgefunden … und es macht mich immer noch fassungslos.

Wir haben sie in unsere Familie aufgenommen, aufgepäppelt und ihr viel Zeit gelassen, sich zu erholen und Vertrauen zu fassen. Tja, das mit dem Vertrauen, das ging nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Sie war nicht leicht zu überzeugen und ich war (noch) nicht überzeugend genug. Also sind wir unseren gemeinsamen Weg losmarschiert, mal in die eine Richtung, mal in die andere. Manches hat für uns gepasst, anderes nicht. Trainer und Trainerinnen sind gekommen … und auch wieder gegangen, ebenso einige andere Pferdeexperten, bis wir schließlich unseren Weg gefunden haben.

Sie ist diejenige, die mich aus meiner Komfortzone herausgeholt hat. Sie will Präsenz von dem Menschen, der sich mit ihr beschäftigt, Souveränität und vertrauensvolle Führung. Dies einzufordern, da kann sie sehr ausdauernd und erfinderisch sein. Ich erinnere mich noch gut an unsere Anfangszeit: Oft habe ich über eine halbe Stunde gebraucht, sie von der Koppel zu holen. Sie stand da, alle vier Hufe in den Boden gestemmt und ich machte den Hampelmann, was sie überhaupt nicht beeindruckt hat. (Heute kommt sie von der Heuraufe ohne Halfter und Strick mit mir und läuft vorneweg bis zum Ausgang – das sind die besonders schönen Momente.)

Ich war oft am Verzweifeln, suchte nach Lösungen. Letztendlich war es die Arbeit an mir, an meiner Persönlichkeit und an meinem Selbstwertgefühl, und das Erlernen der »Sieben Spiele von Parelli«, die mir die nötige Sicherheit gaben – und somit auch unserem »Elfenmädchen«. Wir haben lange gebraucht, zueinander zu finden. Es gab Zeiten, da stand sie – sich groß machend – in der Reithalle, mit hocherhobenem Schweif und laut prustend vor mir, ist auch gestiegen, hat getestet, ist in meinen Raum eingedrungen. Aber irgendwann kamen wir uns näher, verstanden uns mehr und mehr. Zum Glück hatten wir in dieser Phase die passende Unterstützung!

Unser »Elfenmädchen« ist ein Pferd, das bei vielem »HIER« schreit. Sei es, wenn wir Wurmkuren geben, dann ist sie das eine Pferd von tausend, das auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagiert, mit einer dick angeschwollenen Lippe vor einem steht und wir den Tierarzt holen müssen. Sei es, dass sie sich die Nase oder das Griffelbein anbricht, in der Herde bei einem Ranghöheren nicht weicht und dann diverse Verletzungen davonträgt, die auf Insektenstiche allergisch reagiert und Sonnenbrand gefährdet ist, die nach einer Spritze ein Abszess bekommt und der Arthrose und Sehnenprobleme zu schaffen machen.

Im Nachhinein haben diese Verletzungsphasen zumindest ein Gutes: durch die oft intensive und fürsorgliche Pflegezeit sind wir uns immer ein Stückchen näher gekommen. Während der Heilung des Nasenbeinanbruchs haben wir mit Halsring gearbeitet – und es hat funktioniert. In den Akutphasen der Sehnenproblematik haben wir lange schöne Spaziergänge gemacht. Wenn sie die Magnetfeldtherapie genießt, sitze ich oft neben ihr und bin einfach nur da.

»Für das Pferd, für das man Verantwortung übernommen hat, spielt es keine Rolle, ob Fehler aus Unwissenheit gemacht werden oder weil man den falschen Menschen vertraut hat. Für den Menschen spielt es sehr wohl eine Rolle, diese zu erkennen, daraus zu lernen und es danach besser zu machen.«

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6 Kommentare zu „WINTERFREUDE – EINBLICKE IN EIN PFERDELEBEN“

  1. Das war echt ein tolles Shooting und Anja eine toughe und tolle Fotografin (bei den eisigen Temperaturen ohne Handschuhe ewig am Fotoapparat und das mit bester Laune 🙂 ) Dein schöner Text drückt für mich alles aus, was es zu sagen gibt; ich kann das nur unterschreiben. Und ich hatte mit meiner vorherigen Stute auch so ein zartes und gleichzeitig zähes Blümchen mit vielen Verletzungen und vielen Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten, und ich finde auch, dass einem gerade diese Situationen enorm viel Nähe zum eigenen Pferd bringen (können), wenn man sich dahinterklemmt, alles zum Besten des Pferdes zu tun (was wirklich wesentlich Arbeit an einem selbst bedeutet, und dafür können wir den Pferden so dankbar sein!). Und es ist so unglaublich schön, der Moment, wenn die Pferde verstehen: Was immer mir passiert, mein Mensch kommt und wird es wiedergutmachen!

    1. Ja, liebe Simone, genau so ist es❣
      Auch, wenn dieser Weg bis zu diesem Moment oft sehr anstrengend und auch frustrierend ist.
      Aber, wenn dieser Moment da ist, wenn (fast) alles »gesagt« ist und das Vertrauen und die Verbundenheit hergestellt sind, dann – denke ich, kann man auch einfach mal nur genießen und lächeln🙂.

  2. Wieder ein sehr informativer, authentischer und zugleich emotionaler Beitrag, liebe Frau Dietrich!

    Liebe Grüße, auch an Anja – schade, dass man auf ihrer Website keine Kommentare hinterlassen kann. Ihre Fotos sind wunderbar!
    Renate Blaes

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